Zerstörungsfreie Leckortung
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Feuchte Flecken an Decken und Wänden, Schimmelbildung oder ein unerklärlich laufender Wasserzähler weisen auf ein verdecktes Leitungsleck hin. Zerstörungsfreie Leckortung lokalisiert die Schadensstelle millimetergenau, ohne dass Böden oder Fliesen auf Verdacht aufgespitzt werden müssen. Vermittelte Fachbetriebe erstellen prüffähige Schadensberichte für Ihre Gebäudeversicherung.
Sanitär-Leistungen im Detail:
- Akustische Leckortung mit Elektroakustik und Korrelationsmesstechnik
- Thermografische Lecksuche mit hochauflösenden Wärmebildkameras (FLIR)
- Formiergas-Verfahren (Wasserstoff-Spurengas) für kleinste Mikrolecks
- Endoskopische Hohlraum- und Schachtinspektion mit Videosonde
- Feuchtigkeitsmessung (dielektrisch & Mikrowelle) zur Estrich-Schadenseingrenzung
- Druckprüfung von Kalt-, Warmwasser- und Heizungsleitungen nach SVGW W3
Was kostet eine professionelle Leckortung in der Schweiz?
Die Kosten einer Leckortung variieren je nach Aufwand und Komplexität des Leitungsnetzes. Richtwerte für die Schweiz (Schweizer Kostenübersichten, Stand 2026): • Standard-Leckortung im Einfamilienhaus (bis 2 Stunden Messung): CHF 550 bis 950 • Aufwendige Suche mit mehreren Verfahren (Akustik + Spurengas): CHF 900 bis 1'500 • Detaillierter Messbericht mit Thermografie-Bildern für die Versicherung: CHF 150 bis 250 • Stundensatz Leckortungs-Messtechniker: CHF 120 bis 165/h Wichtig: Bei einem versicherten Leitungswasserschaden werden die Kosten der Leckortung in der Schweiz in der Regel zu 100 % von der Gebäudeversicherung übernommen.
Verfahren der zerstörungsfreien Leckortung
Moderne Messtechnik schützt vor teuren Aufspitzarbeiten: 1. Elektroakustik: Ausströmendes Wasser erzeugt hochfrequente Strömungsgeräusche im Rohr. Hochsensible Bodenmikrofone fangen diese Schwingungen ab und grenzen die Schadensstelle auf wenige Zentimeter ein. 2. Thermografie: Eine Infrarotkamera macht Temperaturunterschiede an Wänden und Böden sichtbar. Bei Warmwasser- und Fussbodenheizungsrohren wird der Wärmeaustritt sofort bildlich dargestellt. 3. Formiergas (Spurengas): Ein ungiftiges Gasgemisch aus 95 % Stickstoff und 5 % Wasserstoff wird in die entleerte Leitung gepumpt. Das winzige Wasserstoffmolekül dringt selbst durch Beton und Plättli nach oben, wo hochempfindliche Sensoren die Konzentration messen.
Erste Hilfe bei Rohrbruch: Was tun bis der Fachbetrieb eintrifft?
Bei akutem Wasseraustritt zählt jede Minute: 1. Hauptwasserhahn sofort schliessen: Dieser befindet sich meist im Keller neben dem Wasserzähler oder im Technikraum. 2. Strom abschalten: Bei Wasseraustritt in der Nähe von Steckdosen, Schaltern oder Sicherungskästen den Hauptschalter umlegen. 3. Schaden fotografieren: Machen Sie aussagekräftige Fotos des Wasseraustritts und der betroffenen Gegenstände für die Versicherung. 4. Wasser aufnehmen: Stehendes Wasser mit Eimern, Lappen oder Nasssaugern entfernen, um Estrichdämmschichten vor Durchfeuchtung zu schützen.
Kostenübernahme durch die Gebäudeversicherung in der Schweiz
In 19 Schweizer Kantonen mit kantonaler Gebäudeversicherung (z.B. GVZ Zürich, GVB Bern, AGV Aargau) sowie in den GUSTAVO-Kantonen mit privaten Versicherern gilt: Schäden durch bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser sind versichert. Die Versicherung übernimmt die Kosten für Ortung, Reparatur der Schadstelle (Freilegen und Schliessen) sowie Trocknung und Wiederherstellung. Die vermittelten Partnerbetriebe rechnen auf Wunsch direkt mit dem Schadensexperten ab.
Entscheidungshilfe & Praxistipps:
- Stoppen Sie voreiliges Aufspitzen von Wänden – eine professionelle Leckortung spart Tausende Franken an Wiederherstellungskosten.
- Beantragen Sie vor Beginn umfangreicher Trocknungsmassnahmen die Schadensnummer bei Ihrer Gebäudeversicherung.
- Prüfen Sie den Wasserzähler bei abgestellten Verbrauchern: Dreht sich das Rädchen weiter, liegt definitiv ein Leck vor.
- Verlangen Sie stets ein schriftliches Messprotokoll mit Feuchtigkeitsraster und Fotodokumentation.
Häufige Fragen (FAQ)
Übernimmt die Gebäudeversicherung die Kosten der Leckortung?
Ja, wenn ein versicherter Leitungswasserschaden vorliegt. Die Kosten für das Aufspüren des Lecks (Leckortung) sowie die Schadensbehebung und Bautrocknung sind voll gedeckt.
Wie genau kann ein Leck unter dem Estrich geortet werden?
Mit modernen Korrelations- und Formiergasverfahren lässt sich die Austrittsstelle in der Regel auf 10 bis 20 Zentimeter genau lokalisieren, sodass oft nur eine einzige Plättli geöffnet werden muss.
Kann man ein Leck auch in der Fussbodenheizung orten?
Ja. Mit Wärmebildkameras wird der Heizkreislauf sichtbar gemacht. Durch Druckabfallprüfungen der einzelnen Heizkreise und anschliessende Thermografie lässt sich das Leck exakt abbilden.
Was unterscheidet Leckortung von Bautrocknung?
Die Leckortung findet die undichte Stelle im Rohrnetz. Nach der Rohrreparatur übernimmt die Bautrocknung die Entfeuchtung des durchfeuchteten Mauerwerks und der Dämmschicht.
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